Sozialpolitik: Eine solidarische Stadt für Alle

Göttingen ist eine vielfältige Stadt, in der Menschen der unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Herkunft leben und sich zu Hause fühlen. Diese Vielfalt findet sich auch in den Stadtteilen wieder, die alle durch ihren individuellen Charakter das Besondere dieser Stadt ausmachen. Diese Individualität, diesen besonderen Charakter gilt es zu erhalten und zu fördern. – Zugleich will die SPD Göttingen aber auch erreichen, dass alle Stadtteile die gleiche Lebensqualität bieten. Das ist unser Ziel. Dafür haben wir in der Vergangenheit gearbeitet und dabei schon viel erreicht. Trotzdem kann für ein soziales Göttingen noch viel getan werden. Wir werden dies im nächsten Rat der Stadt vorantreiben.

Soziales Göttingen für alle Generationen
Mit all den unterschiedlichen Vereinen, Institutionen und kulturellen Einrichtungen haben wir ein aktives soziales Netzwerk in allen Quartieren. Dies trägt zum engen Zusammenhalt der Stadtgesellschaft bei und ist ein wichtiges Bindeglied zwischen den Menschen. Das hat sich in der Pandemie besonders gezeigt.
Wir stehen dafür, diese Organisationen und Einrichtungen weiterhin zu unterstützen, zu fördern und die Rahmenbedingungen zu erhalten, die sie für ihre Arbeit benötigen.

Für den Erhalt oder das Erreichen gleichwertiger Lebensqualität in den Quartieren ist ein aktives Quartiersmanagement wichtig. Zusammen mit Quartiers- und Stadtteilzentren ist es ein zentraler Stabilisierungsfaktor für eine intakte soziale Infrastruktur in der gesamten Stadt. Die Zentren leisten – getragen von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen – eine wichtige Arbeit. Flankierend nötig ist dazu eine gute örtliche Infrastruktur auch mit Versammlungs- und Begegnungsräumen, die für alle Bewohner*innen unbürokratisch zugänglich sind.

Wir haben uns immer für die finanzielle und strukturelle Förderung dieser Einrichtungen stark gemacht, damit die bereits vorhandenen Zentren ihrer Funktion in einem sich wandelnden Umfeld nachkommen können. Deshalb ist es für uns wichtig, entsprechende Einrichtungen dort zu schaffen, wo sie bisher noch nicht vorhanden sind. Das können entweder neue Quartiers- oder Stadtteilzentren sein, aber auch kleinteilige Anlauf- und Beratungsstellen oder auch Dienstleistungsangebote der Stadtverwaltung. Wichtig ist dabei, dass sie überall in Göttingen auf kurzem Weg erreichbar sind. Dies hilft vor allem Menschen in besonderen Problemlagen und Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht so mobil sind. Sei es, weil sie körperlich eingeschränkt sind, sei es, weil sie Angehörige zu betreuen haben.

  • Wir setzen uns darum dafür ein, weitere neue Quartierszentren zu schaffen und zugleich das Quartiersmanagement auszuweiten.
  • Wir wollen auch die Dezentralität von Dienstleistungen der Stadtverwaltung für gute Beratungs- und Servicequalität erhöhen und mehr Bürgernähe schaffen.

 

Gutes Miteinander der Generationen
Quartiere gewinnen durch ein Miteinander der Generationen. Dies wollen wir fördern und entwickeln. In Göttingen müssen sich Menschen jeden Alters wohlfühlen. Dazu können u. a. Wohnprojekte dienen, in denen mehrere Generationen barrierefrei gemeinsam leben und sich gegenseitig unterstützen können. Dazu dienen aber auch Nachbarschaftshilfen und Beratungsstellen.
Der Verbleib von Senior*innen in der eigenen Wohnung und im eigenen Wohngebiet wird auch bei Hilfe- und Pflegebedarf gesichert. Es muss älteren Menschen ermöglicht werden, so lange wie es geht, in ihren eigenen vier Wänden zu verbleiben.

  • Deshalb unterstützen wir auch dezentrale Versorgungs- und Hilfsangebote, wie etwa Nachbarschaftshilfen oder Mittagstische.
  • Die Einrichtung von Pflegewohngemeinschaften und kleineren Pflegeheimen in den Ortsteilen werden wir fördern, damit auch im Pflegefall die soziale Einbindung erhalten bleiben kann.
  • Wir unterstützen auch den Bau von senior*innengerechten Wohnungen und Projekte des Wohnens verschiedener Generationen unter einem Dach.

Gute Erfahrungen haben wir auch mit Pflegestützpunkten gemacht. Dennoch ist es nicht immer möglich Pflegebedürftige in der eigenen Wohnung zu betreuen. Oftmals kann für sie und ihre Angehörigen deshalb die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege eine Entlastung sein.
Das Angebot der Pflegestützpunkte wollen wir weiter auszubauen und mehr Plätze für eine Kurzzeitpflege anbieten.

Darüber hinaus setzen wir uns weiterhin dafür ein, dass alle öffentlichen Orte senior*innen gerecht und barrierefrei sind.

Hilfen für Familien
Auch für Familien wollen wir dezentrale Anlaufstellen schaffen, in denen sie unkompliziert Informationen zu allen sie betreffenden Fragestellungen bekommen und sie nicht mehr „von A nach B rennen“ müssen, um Formulare auszufüllen und beraten zu werden. Familienbüros, in denen Eltern mit Kindern Informationen vom Kindergeld über KiTa-Plätze bis zum Thema Schule erhalten, können einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe aller an der Gesellschaft leisten. Die Pandemie hat gezeigt, wie sehr Familien und dabei besonders Alleinerziehende auf schnelle Informationen und Unterstützung angewiesen sind.

Öffentliche Begegnungsräume in den Stadtteilen
Wir benötigen in allen Stadtteilen Orte der Begegnung, die für öffentliche Versammlungen und Vereine nutzbar sind. Diese müssen in enger Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort aufgebaut und gestaltet werden.

Öffentliche Begegnungsorte im Freien müssen so gestaltet sein, dass sich Menschen hier gerne aufhalten. Es muss für Alt und Jung Möglichkeiten geben zu verweilen. Diese Orte sind wichtige Stätten der Begegnung und fördern den Zusammenhalt. Auch hier hat die Pandemie die Wichtigkeit gezeigt. Dabei muss für ausreichend bequeme Sitzgelegenheiten und Helligkeit für den Aufenthalt am Abend gesorgt werden.
Deshalb wollen wir die vorhandenen Plätze der Stadt pflegen, begrünen und sauber halten und dort wo möglich – gerade auch in neuen Quartieren – weitere Plätze anlegen.

Wir wollen dabei kein Gegeneinander von Stadtbegrünung und notwendigen Wohnungsbau herbeireden. Gerade auch weil wir wissen, dass Göttingen einen enormen Nachholbedarf im Wohnungsbau hat. Wir treten aber trotzdem dafür ein, dass für eine gute Lebensqualität neben den existierenden Naherholungsgebieten auch in den neuen Quartieren Grünflächen geplant werden.

In der Innenstadt, um den Waageplatz herum gibt es zwei Gebäude, die eine besondere Bedeutung als Anlaufstelle oder als Orte der Begegnung erhalten könnten. Das ist das ehemalige Gefängnis in der Straße Obere-Masch und die Stockleffmühle. In einem Dialog mit möglichen Nutzern wollen wir ausloten, welche Möglichkeiten es hier gibt. Bedingung ist jedoch, dass keine Ruhestörungen von dem Objekt ausgehen dürfen und dass die Angebote im Kern kommunikative, kulturelle, beratende oder soziale Komponenten umfassen müssen. Auch private Anbieter wollen wir dabei bis hin zum Verkauf an sie einbeziehen.

Angsträume in der Stadt abbauen
Jeder Mensch hat ein individuelles Sicherheitsbedürfnis. Nicht immer deckt sich dies mit der realen Gefahrenlage. Wir erkennen aber an, dass sich Jede und Jeder in unserer Stadt individuell sicher fühlen muss. Angsträume – vor allem in der Dunkelheit – müssen deshalb beseitigt werden. Hierfür benötigen wir Sicherheitskonzepte, die sich an den örtlichen Bedingungen orientieren und in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Ordnungsamt entwickelt werden. Auch brauchen wir wieder Ansprechpartner vor Ort, der Abbau der Kontaktbeamten in den Stadtteilen muss rückgängig gemacht werden. Nachsorge und Opferschutz des Landes bleibt wichtig und muss finanziell auf sicherem Boden gestellt werden. Dies muss aber Hand in Hand gehen mit einer „vor Ort“ strukturell aufgestellten Präventionsarbeit.

Wir sind weiter überzeugt, dass das Thema Prävention eine wichtige Rolle spielen muss, hierzu gehört auch die Umsetzung der Istanbul-Konvention, welche verbindliche Vorgaben zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt an Frauen vorsieht.

Kinder- und Jugendarbeit
Überall in der Stadt – insbesondere aber in den sozialen Brennpunkten – muss an die schon bestehende gute Arbeit mit Kindern und Jugendlichen angeknüpft und diese verstärkt und ausgebaut werden. So werden wir früh die Voraussetzungen für eine bessere Zukunft für alle Kinder legen.