Sportpolitik: Raum für Alle

Sport ist integrativ, inklusiv und gesundheitsfördernd, vor allem aber schenkt Sport den Menschen Lebensfreude. Er sollte deshalb von der Kommunalpolitik besonders unterstützt und gefördert werden. Göttingen ist schon eine Stadt des Sportes. In mehr als 115 Vereinen betreiben über 39.000 Göttinger*innen – im großen Maße wöchentlich – Sport. Viele tun dies zusätzlich auch außerhalb von Vereinen.

Sport – indoor wie outdoor – braucht Raum – Sporthallen und Sportplätze, Schwimmbäder und Wasserflächen. Dieser Raum ist wichtig für die Attraktivität von Kommunen, es ist Raum für Menschen. Die Göttinger SPD hat sich in den vergangenen Jahrzehnten intensiv dafür eingesetzt, die Göttinger Sportstätten beständig zu ergänzen und zu erneuern. Darum haben wir die Saunalandschaft im Badeparadies modernisiert, das Groner und das Weender Freibad zu Naturbädern umgebaut und so ihre sichere Zukunft sichern können. Zudem sind in Grone, am Sandweg und in Geismar tolle Kunstrasenplätze entstanden.

Die politische Verantwortung für die großen finanziellen Aufwendungen in der Vergangenheit und in der Zukunft tragen wir gerne. Wir stellen sicher, dass alle Menschen in dieser Stadt die Möglichkeit haben, Sport zu treiben und zu schwimmen oder schwimmen zu lernen.
Diesen Weg „pro Sport“ wollen wir weiter fortsetzen und über den heutigen Ansatz der Insellösungen hinausführen. Die Göttinger Sportstätten sollen Teil des Stadtraums sein, ihn mitgestalten und in ihn ausstrahlen.

Ein erster Schwerpunkt unserer Initiativen soll das Kiesseeareal im Süden der Stadt mit dem Jahnstadion, dem Freibad am Brauweg und – wenn möglich – dem Stadion der SVG bilden. Gerne können sich auch noch die umliegenden Kleingartenanlagen beteiligen. Diese Freizeitstätten wollen wir zu einem großen Natur- und Freizeitareal umbauen – zu einem Sportpark ohne Zäune.

Dabei wollen wir die Modernisierung des Freibads Brauweg. Ziel ist hier der dauerhafte Erhalt der einzigen nennenswerten Göttinger Wassersportfläche: dem Kiessee. Dies macht ein Ausbaggern des Kiessees nötig, um seine weitere Nutzung als Sport- und Naturfläche möglich zu machen. Eine sinnvolle Ergänzung hierzu ist ein von der GWG unterstütztes Projekt zur Errichtung einer Wake-Board-Anlage im Süden am Zulauf des Kiessees. Die dafür benötigten Wasserflächen können als Vorfluter vor dem Kiessee genutzt werden und so zur Reduktion der Sedimenteinlagerung dienen. Allerdings muss hier noch geprüft werden, ob dies mit der geplanten Einrichtung eines Feuchtgebietes im Süden des Kiessees vereinbar ist.

Nicht nur das Kieseeareal im Süden wollen wir weiterentwickeln, auch im Osten Göttingens soll der „Göttinger Wald“ attraktiver gemacht werden. Er wird auf vielfältige Weise zur Naherholung und zum Sporttreiben genutzt. Wir wollen Konflikte der verschiedenen Nutzungsarten befrieden. Es muss uns gelingen, ein friedliches Miteinander von Läufern, Spaziergänger*innen, Mountainbikern und Reitern zu vereinbaren und zu gestalten.

Für uns ist klar: Wo zukünftig Siedlungsentwicklung und Wohnungsbau erfolgen, müssen den Menschen soziale, kulturelle und sportive Angebote gemacht werden. Die Stadt und ihre Gesellschaft, unsere Bürger*innen brauchen dabei den Sport vor Ort. Die Sportvereine im Westen der Stadt unterstützen wir deshalb in ihrem Anliegen, gemeinsame Angebote unter einem Dach zu ermöglichen. Ob dies in Form einer klassischen Sporthalle oder besser in einem Sport-Multi-Funktionszentrum erfolgen kann, muss ebenso wie der Standort gemeinsam mit den Bürger*innen geprüft werden.

Wir halten daran fest: Die Nutzung der Sportanlagen draußen wie drinnen durch Sportvereine ist weiterhin kostenlos, wenn der Anteil Jugendlicher an den Mitgliedern 20 Prozent oder mehr beträgt. Sollte sich das Erreichen dieses Zieles zukünftig – auch unter den Bedingungen der Pandemie – als schwierig herausstellen, so muss von Verwaltung und Politik gemeinsam mit den Vereinen über Gegenstrategien nachgedacht werden.

Die darüber hinausgehende Sportförderung, die Vereine mit eigenen Anlagen besonders fördert und dank der SPD einen starken Fokus auf die Förderung der Integrationsarbeit von Vereinen legt, wird beibehalten. Im Bereich „Integration“ werden wir sie weiter ausbauen, weil die Mittel für die vielen Projekte schon jetzt nicht ausreichen. Die Angebote reichen von Inklusionssport-Angeboten bis hin zu Integrationssport, z. B. Schwimmkurse für Geflüchtete.

Wir wollen die Freiwilligenarbeit innerhalb des Stadtsportbunds beibehalten. Mit der von der SPD initiierten Freiwilligenagentur gelingt es, in allen gesellschaftlichen Bereichen Freiwillige zu vermitteln. Hiervon profitieren in einem erheblichen Maße unsere Sportvereine.