Wirtschaft und Arbeit für Alle: Durch Wissenstransfer und Handel

Starker Wirtschaftsstandort Göttingen
Im fusionierten Großkreis hat Göttingen als Oberzentrum an Bedeutung gewonnen. Unsere Stadt ist jung, lebendig, international und weltoffen. Universität, Fachhochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen von Weltruf machen Göttingen zu der „Stadt, die Wissen schafft“. Eine gut aufgestellte, zukunftsfähige Wirtschaft profitiert von der zentralen Lage in der Mitte Europas.

Neben den Global Playern Sartorius, Novelis, Mahr, SMP und Evotec bilden kleine und mittlere Unternehmen das Rückgrat der Göttinger Wirtschaft. IT-Dienstleister, Logistiker und Handwerksbetriebe stärken den zentralen Standort in Südniedersachsen. Gemeinsam mit dynamisch wachsenden Unternehmen im Bereich der Messtechnik, Biotechnologie und Photonik schaffen sie Perspektiven für Berufseinsteiger. Im Sciencepark, am Uni-Nord-Campus und am Güterverkehrszentrum fördert die Stadt Göttingen über ihre Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GWG) innovative Unternehmen und Gründer mit hochwertigen Gewerbeflächen und Immobilien.

Wissenschaft und Hochschulen sichern Beschäftigung und sorgen für ständigen Wissenstransfer in unsere Stadtgesellschaft. Dieses Potenzial gilt es weiter zu entwickeln. Die SPD Göttingen begrüßt deshalb die Öffnung der Universität und ihr aktives Engagement als Teil des städtischen Lebens. Um neuen Herausforderungen gewachsen zu sein, wollen wir gemeinsam mit Unternehmen, Hochschulen und Wissenschaft die Zukunft unserer Stadt aktiv gestalten. Dafür braucht es eine gezielte Strategie, die die Bürger*innen einbezieht.

Wir sehen darin auch eine Möglichkeit, nach dem Ende der Pandemie besser „durchstarten“ zu können. Wie lange die wirtschaftliche Situation durch die Pandemie beeinträchtigt wird, lässt sich nur schwer voraussagen. Der Haushalt der Stadt wird kurzfristig stark sinkende Steuereinnahmen verkraften müssen. Alleine werden die Kommunen die Verluste aber nicht bewältigen. Göttingen hat nach Jahren hoher Verschuldung und der harten Entschuldung wieder eine Haushaltslage erreicht, die Investitionen zulässt.

Wir werden nun verantwortungsvoll entscheiden, wie die wichtigsten Vorhaben umgesetzt werden können. Der von der Bundregierung angekündigte Teilausgleich der Steuerverluste könnte eine Hilfe sein, notwendige Investitionen umzusetzen.

Göttingen schafft Arbeit durch Wissen
Als „Stadt, die Wissen schafft“, stellt Göttingen Bildung auch in den Mittelpunkt der wirtschaftlichen Stadtentwicklung. Unsere Stadt pflegt die strategische Partnerschaft zu den Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Davon profitieren viele Bereiche in Göttingen. Das gilt es weiter zu fördern.

Neben der Universität sind mittlerweile alle großen Forschungsgesellschaften in Göttingen ansässig. Ergänzt wird dies durch die Hochschulen HAWK und Private Hochschule PFH. (s. Abschnitt „Bildung für alle“) Dort arbeiten 15.000 Menschen. In den letzten Jahren hat sich ein starkes Netzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft entwickelt, um in Stadt und Region Innovationen zu fördern. Der SüdniedersachsenInnovations Campus (SNIC) will Innovation in Unternehmen voranbringen und Ausgründungen fördern. Andere Bereiche der Wirtschaft müssen marktgerechter werden, brauchen moderne Betriebsabläufe oder Umstellung auf digitale Systeme. Gerade nach der Corona-Krise sind Unternehmen gefährdet, die sich nicht veränderten Rahmenbedingungen anpassen können. Umso wichtiger ist eine gezielte Beratung auch zu geeigneten Förderprogrammen.
Wir unterstützen deshalb den SNIC, weil vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) für die Herausforderungen der wirtschaftlichen Dynamik gewappnet werden müssen. Innovations- und Technologieberatung sollen Betriebe in Göttingen und der Region dabei helfen, sich zukünftigen Entwicklungen anzupassen.

Göttingen hat ein großes Potenzial für Gründer. Neugründungen, Ausgründungen aus Universität und wissenschaftlichen Einrichtungen sichern die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes. Neben akademischen Gründern gibt es auch andere Bereiche für Gründungen z. B im Handwerk oder der Kreativwirtschaft. Um den Gang in die Selbstständigkeit zu wagen und finanziell zu leisten, bedarf es einer guten Beratung und Risikokapital. Im Gründungsforum Region Göttingen haben sich Netzwerkpartner zusammengeschlossen. Eigene Gründungsbeauftragte sind an der Universität aktiv und arbeiten mit Wirtschaftsförderern, Kammern und Fachhochschulen regional vernetzt zusammen.
 Wir halten es für notwendig, Gründungsaktivitäten regional abzustimmen und diesen Gründern eine intensive fachliche Beratung zu bieten. Deshalb unterstützen wir diese Aktivitäten.

Start-ups
Start-ups und Spin-offs werden bei der Gründung intensiv von Mentoren und Unternehmern im Life Science Accelerator begleitet. Dies wird von den Sparkassen unterstützt und stärkt Gründer*innen in der Anfangsphase. Diese Förderung muss fortgeführt werden. Neben der Finanzierung ist die Raumfrage eine große Hürde. Die Goetec auf den Zietenterrassen und auch der Science Park in Göttingen bieten aber bezahlbare Flächen für Gründer*innen. Die geplante Life Science Factory auf dem ehemaligen Sartorius-Gelände wird sich zu einem hochwertigen Gründerzentrum mitten in der Stadt entwickeln.
Wir unterstützen dieses beispielhafte Projekt.

Wir brauchen aber weitere solcher Initiativen und hoffen, dass auf dem NordCampus der Uni ein weiteres Technologiezentrum entstehen kann, wo Startups Räume finden. Wir setzen darauf, dass die Universität dort ihre Pläne für ein IT-Zentrum umsetzt. Die Stadt engagiert sich in der Projektentwicklung mit ihrer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung.
Diese Entwicklung auf dem NordCampus unterstützen wir und wir setzen uns generell dafür ein, dass in Göttingen die räumlichen und finanziellen Voraussetzungen für Gründer*innen weiter verbessert werden.

Forschung der Spitzenklasse
Im Bereich der Grundlagenforschung und im Rahmen der anwendungsorientierten Forschung sind bei uns bahnbrechende Leistungen erbracht worden. Die besonderen Stärken in Göttingen und der Region liegen vor allem in den Bereichen Life Science und Clean Technology, Medizintechnik und Biotechnologie. Die Kooperation der Göttinger Universitätsmedizin mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in der Medizintechnik und dem Gesundheitsmanagement sind hervorragende Beispiele für die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Max-Planck-Institute liefern hochwertige Erkenntnisse u. a. in der medizinischen Grundlagenforschung. Das ‚Plasma for Life‘ Cluster arbeitet umsetzungsorientiert für die Medizintechnik.

In der Pandemie ist die Bedeutung der medizinischen Forschung sichtbar geworden. Sowohl bei der Entwicklung eines Impfstoffes als auch bei der Erforschung von Verbreitung und Behandlung der Covid-19-Erkrankung sind Göttinger Forscher und Unternehmen der Medizintechnik und Biotechnologie beteiligt. Wir wollen, dass sich Göttingen als Standort der Grundlagenforschung und der anwendungsorientierten Forschung weiterentwickelt.

Das Netzwerk der Gesundheitswirtschaft
Die Gesundheitswirtschaft befindet sich zurzeit auf der Erfolgsspur und entwickelt sich zunehmend zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Beschäftigungszweig. In mehreren Stadtteilen entstehen medizinische Fachzentren und Dienstleister, die die medizinische Versorgung weiter ausbauen. Es entstehen zusätzlich Arbeitsplätze im qualifizierten Bereich. Viele Kliniken, Ärzte, Verbände, Forschungs- und Fortbildungseinrichtungen sind Mitglieder des Vereins „Gesundheitsregion Göttingen“, der eine kreisübergreifende Plattform für Institutionen, Kommunen, Unternehmen und Beschäftigte der Medizinwirtschaft bietet. Die Gesundheitsregion will Akteure aus allen Bereichen des Gesundheitswesens in einem aktiven Netzwerk zusammenbringen. Mit der Zusammenarbeit im Netzwerk wird auch die Ausbildung von Fachkräften verbessert.
Wir unterstützen die Arbeit der Gesundheitsregion mit aller Kraft.

Für die medizinische Versorgung in Stadt und Region ist die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) unverzichtbar. Deshalb wird der Neubau des Universitäts-Klinikums benötigt. Es geht dabei um die bestmögliche Gesundheitsversorgung in der Region und Zukunftsfähigkeit des Medizinstandortes Göttingen. Es geht aber dabei auch um gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der UMG. Sie ist der größte Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb in unserer Stadt.
Gemeinsam mit ihren Göttinger Landtagsabgeordneten Dr. Andretta setzt sich die SPD Göttingen bei der Landesregierung für eine Realisierung des Neubauvorhabens ein.

Gewerbeflächen ressourcenschonend entwickeln
Die Nachfrage nach Gewerbe- und Industrieflächen auf Göttinger Gebiet ist hoch. Die wenigen im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Gebiete reichen nicht aus, um die aktuell fehlenden 100.000 m² im relativ engen Stadtgebiet bereitzustellen. Daher gilt es, den Bedarf ressourcenschonend zu decken. Es muss das Ziel sein, gewerbliche Brachflächen zu reaktivieren, nicht mehr genutzte Produktionsstandorte neu zu belegen, zu verdichten und flächenschonend Gewerbegebiete zu erschließen.

Gute Beispiele einer Umnutzung von ehemaligen Produktionsstandorten sind bereits umgesetzt oder im Bau: Auf dem ehemaligen Firmengelände der Sartorius AG entsteht ein neues urbanes Quartier mit dem Nutzungsmix: Wohnen, Bilden, Gründen. Im alten Telekomgebäude sind nun Teile der Stadtverwaltung untergebracht, auf dem ehemaligen Hutamaki-Gelände in Weende ist ein attraktives Wohngebiet entstanden.
Die Siekhöhe kann sich zu einem städtebaulich spannenden Areal entwickeln. Die an das Güterverkehrszentrum angrenzende Industriebrache wäre geeignet für Logistikdienstleister. Die ehemalige Mehle-Fläche darf nicht als Spekulationsobjekt verkommen.
Für die SPD ist dabei klar, dass wir eine hohe Verantwortung tragen, eine weitere Versiegelung von Grün- und Ackerflächen am Stadtrand möglichst zu vermeiden. Auch sind die Klimaziele der Stadt zu berücksichtigen. So muss auch über die weitere Nutzung des Dragonerangers – als Naherholungsgebiet oder in anderer Weise, aber nicht als Gewerbegebiet – nach der Kommunalwahl ein breiter Beteiligungsprozess stattfinden.

Logistik smart und klimafreundlich
Aufgrund seiner zentralen Lage in der Mitte Europas, seinem direkten Anschluss an die Nord-Süd-Trasse der Bahn und die Bundesautobahn hat sich Göttingen als erfolgreicher Logistikstandort etabliert. Mit dem Bau der Güterverkehrszentren GVZ I und GVZ II und der Krananlage der Bahntochter DUSS wurde der Standort Göttingen erfolgreich auf den Weg gebracht. Mit der Entwicklung des Logistikparks am Siekanger stehen insgesamt 42 ha Fläche zur Verfügung.
Wir setzen uns weiter für den Ausbau einer leistungsstarken Logistik ein.

Wir wollen mehr Güter auf der Schiene transportieren. Daher unterstützen wir die Forderungen an die Bahn, endlich die Voraussetzungen dafür zu schaffen: Längere Güterzüge, Ausweichgleise und bessere Umschlagzeiten, damit mehr Ladekapazitäten erreicht werden sind nötig.

  • Wir wollen, dass der Verladebetrieb auf die Schiene am GVZ-Güterbahnhof ausgebaut wird, damit mehr Güter per Bahn transportiert werden können. Dringend erforderlich ist auch eine Optimierung des Schienengüterverkehrs, um Schwerlastverkehr zu reduzieren.
  • Auch für noch nicht angeschlossene Logistikzentren in Göttingen sollte mittelfristig ein Gleisanschluss realisiert werden, wie z. B. das Industriegleis.

Logistik digitalisieren
Der Logistikstandort Göttingen hat als Teil der Logistikregion „MitteD“ Entwicklungspotenzial und Kraft für Innovation. Das gilt es zu fördern. Um die hohen Anforderungen der Kunden zu erfüllen, arbeiten IT-Dienstleister und Logistiker am Standort Göttingen gemeinsam mit Unternehmen und Hochschulen intensiv an der Umstellung gewohnter Arbeitsprozesse bei Lagerhaltung und Warenversand.

Digitale Logistik muss international vernetzt werden, damit neue Geschäftsfelder und gute Chancen entstehen können. Logistik 4.0 erfordert hohe Kompetenz und gut ausgebildete Fachkräfte. Daher ist die Ausbildung besonders wichtig. Umstellung auf smarte Logistik funktioniert nur mit gut vorbereiteten Mitarbeiter*innen. Duale Studiengänge und duale Ausbildung an unseren Universitäten sichern die fachliche Voraussetzung dafür.
Wir werden den Logistikstandort Göttingen als Teil der Logistikregion „MitteD“ weiter fördern.

Handwerk ist unverzichtbar
Handwerksbetriebe sind eine zentrale Stütze unserer Wirtschaft. Durch den Bauboom und Investitionen in Sanierung von Altbauten und Infrastruktur ist die Auftragslage im Handwerk sehr gut. Unsicherheiten gibt es bei Branchen, die durch die Pandemie größere Ausfälle zu verkraften haben. Durch die Hilfsprogramme sind Härten aber vorläufig abgefedert worden.
Dennoch wird sich das regionale Handwerk nur dann gut behaupten können, wenn weiterhin genügend qualitativ und quantitativ ausgebildet wird.
Deshalb unterstützen wir die Verstärkung der Berufsorientierung an den Schulen.

Wir werden insgesamt die Umfeldbedingungen für das Handwerk verbessern. Dazu gehören nicht nur die Schaffung von Wohnraum für Auszubildende und von Kita-Plätzen für junge nach Göttingen ziehende Familien, sondern auch der Kampf gegen Schwarzarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen. Das schadet den Menschen und den vielen vorbildlichen Betrieben, die unverzichtbare Arbeit leisten. In der Pandemie werden wir uns für sichere Öffnungsstrategien einsetzen.

Kultur- und Kreativwirtschaft
Für Göttingen ist die Kultur- und Kreativwirtschaft zentraler Standortfaktor. Kulturschaffende leisten einen wertvollen Beitrag für die Lebensqualität in unserer Stadt. Mit drei Theatern, einem Symphonieorchester, Chören, den Kulturzentren musa und KAZ, Galerien und einer bunten Palette an Live-Clubs und Projekten der Soziokultur hat Göttingen als Kulturstadt überregionale Bedeutung. Das Kunsthaus im Kunstquartier und das „Forum Wissen“ werden unserer Stadt internationale Aufmerksamkeit garantieren. Von großen und kleinen Events profitieren Hotels und Gastronomie. Dieses breite und hochkarätige Kulturangebot muss finanziert und gepflegt werden. Zahlreiche Fachkräfte und Ehrenamtliche sorgen dafür, dass der Standortfaktor Kultur und Kreativwirtschaft erhalten bleibt und sich weiterentwickelt. Die Kultur als Wirtschaftsfaktor sorgt für vielfältige Beschäftigung und macht unsere Stadt bunt und lebenswert.

Um existieren zu können, braucht die Kultur- und Kreativwirtschaft rasch verlässliche, unbürokratische Hilfen, auch um durch die Corona-Krise zu kommen. Sofort- und Überbrückungshilfen sowie Sonderprogramme von Land und Bund sind wichtig in dieser ungewöhnlichen Situation. Mit dem Göttinger Hilfsfonds der Stadt werden ebenfalls Kulturprojekte unterstützt.
Wir werden diese bunte, weltoffene und vielfältige Kulturszene auch weiterhin mit einer auskömmlichen und verlässlichen Kulturförderung unterstützen.

Mit der Lokhalle besitzt Göttingen einen außergewöhnlichen Veranstaltungsort für große kulturelle Events, für Sport, Festlichkeiten und Messen. Großveranstaltungen wie der NDR Soundcheck, Konzerte mit Stars aus Pop und Klassik erreichen ein breites Publikum aller Altersgruppen. Gleichzeitig ist sie ein hochattraktiver Ort für Firmenveranstaltungen, Kongresse und Tagungen.
Wir setzten uns dafür ein, dass die Lokhalle in ihrer technischen und räumlichen Ausstattung weiter verbessert wird. So kann die Konkurrenzfähigkeit auch in Zukunft hergestellt und den veränderten Anforderungen gerecht werden.

Die Stadthalle wird nach erfolgter Kernsanierung ein attraktives Ambiente für viele Veranstaltungen bieten. Durch eine hochwertige technische Ausstattung wird sie den hohen Anforderungen der Veranstaltungsbranche gerecht. Wir sind davon überzeugt: Die Stadthalle und die Lokhalle stärken den Wirtschaftsstandort Göttingen nachhaltig.

Digitalisierung als Standortvorteil
Digitale Technologien können die Lebensqualität in unserer Stadt weiter verbessern und den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort stärken. Unter dem Brennglas der Corona-Krise wird deutlich, wie sich die Arbeitswelt aufgrund der Digitalisierung verändert hat. Als „Kommune der Zukunft“ werden wir Göttingen als einen Standort für Informationstechnologie, neue Medien und Telekommunikation weiterentwickeln. Fachkräfte der Informationstechnologie finden hier eine große Auswahl an Arbeitsplätzen. Die Universität und die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung der Max-Planck-Gesellschaft forschen im Bereich der Angewandten Informatik und bilden Fachkräfte aus.
Die Stadt Göttingen unterstützt die IT-Unternehmen mit dem Netzwerk IT Innovations-Cluster über ihre Wirtschaftsförderung. Das werden wir weiterführen.

Mit diesem Netzwerk werden Kompetenz und Wissenstransfer gefördert und Fachkräfte gesichert. Die Digitalisierung hat in Deutschland und unserer Region zu einem Wachstum an Arbeitsplätzen geführt. Schlüsselindustrien und Schlüsseltechnologien befinden sich im Umbruch. Gewinner der Digitalisierung sind in Göttingen Unternehmen, die rechtzeitig in neue Technologien investiert haben und Fachkräfte ausbilden oder zeitnah anwerben konnten. Dieser Prozess kann durch die duale Ausbildung optimiert werden und Arbeitnehmer*innen können sich leichter weiterqualifizieren. Dafür wollen wir weitere Unternehmen gewinnen und diese digitale Strategie weiter unterstützen:

  • So rasch wie möglich sollen alle Dienstleistungen der Stadt Göttingen digital angeboten werden und mit dem Smartphone abgerufen werden können.
  • Onlineplattformen sollen partizipativen Austausch und Bürgerbeteiligung ermöglichen.
  • Flexible Arbeitszeitmodelle, mobiles Arbeiten, Homeoffice und agile Arbeitsmethoden sollen die Qualität kommunaler Dienstleistungen sichern und die Attraktivität der Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst erhöhen.
  • Wir werden die „Smart-City-Strategie“ Göttingens finanziell stärken und das Tempo bei der Entwicklung neuer Angebote deutlich erhöhen. Eine sichere Infrastruktur mit schnellem Internetzugang, freiem WLAN und öffentlichen Zugangspunkten auch in den Ortsteilen sind Voraussetzung dafür.
  • Wir wollen die optimale Breitbandversorgung mit Glasfaser in Gewerbegebieten.
  • Mit der Erweiterung um 5G in Göttingen und dem Landkreis erwarten wir einen wichtigen Standortvorteil.
  • Wir wollen, dass Förderrichtlinien weniger kompliziert gestaltet werden, damit nicht nur die Großunternehmen die Mittel abgreifen, sondern auch kleine und mittlere Betriebe und Selbstständige die passenden Finanzhilfen erfolgreich beantragen können.

Fachkräfte gewinnen – Arbeiten und Ausbilden in Göttingen
Besonders in den Bereichen der handwerklichen und technischen Berufe, im Handel, für Hotels- und Gastronomie, der Pflege, aber auch im Umfeld der Universität und der wissenschaftlichen Einrichtungen wollen wir Fachkräfte gewinnen. Gemeinsam mit dem Landkreis Göttingen werden wir den Ausbildungsstandort Göttingen weiter stärken. Als Teil des Fachkräftebündnisses ist Göttingen in der Region Südniedersachsen gut vernetzt und auf dem neuesten Stand. Die Universität setzt mit dem „Welcome Center“ auf internationaler Ebene ein starkes Zeichen für die Willkommenskultur und bietet als Servicestelle für Fachkräfte in vielen Bereichen Unterstützung an. Die Stadt Göttingen fördert das „Welcome Center“ mit dem Ziel, mehr Fachkräfte für Wirtschaft und Wissenschaft zu gewinnen und zu halten.

  • Um die Arbeit des Centers noch effektiver zu machen, wollen wir mehr Unterstützer aus dem Kreis der Unternehmen gewinnen.
  • Mit einem langfristig angelegten Fachkräfte- und Standortmarketing in der Region Göttingen wollen wir dem sich abzeichnenden Mangel an qualifizierten Fach- und Arbeitskräften entgegnen.


Hinzu kommt: Mit dem Projekt „Regionales Fachkräftemarketing in Südniedersachsen“ will die Südniedersachsenstiftung gemeinsam mit Kommunen, Betrieben und Wissenschaft eine Strategie für die Fachkräftegewinnung entwickeln. Bis 2022 sollen Ziele erarbeitet werden und ein Onlineportal entworfen sein.
Wir werden diese Aktion unterstützen, um dringend benötigte Fachkräfte für Göttingen und die Region zu gewinnen und so die Wirtschaft zu stärken.

Unsere Innenstadt – lebendig und vielseitig
In unserer kleinen Großstadt ist die Innenstadt der zentrale Treffpunkt für alle. Dank umsichtiger Kommunalpolitik in den letzten Jahrzehnten war sie nie nur Handelszentrum, sondern immer der Ort des sozialen Miteinander, wo man sich trifft, gemeinsam isst und trinkt, einkauft, Kultur erlebt und seine Freizeit verbringt. Sie war und ist rund um die Uhr ein lebendiger Lebensraum, weil sie nicht nur besucht wird, sondern immer auch Wohn- und damit Lebensort geblieben ist. Auch heute wohnen über 10.000 Menschen hier, deren Interessen die SPD genauso im Auge behalten wird wie die Unterstützung der kleinen und mittleren Handelsunternehmen.

Unser Ziel ist es weiterhin, unsere Innenstadt attraktiv und lebendig zu halten. Die rasanten gesellschaftlichen Umbrüche durch die Corona-Pandemie stellen uns dabei vor besondere Fragen: Wie verändern sich der Einzelhandel und die Gastronomie? Wie kann Wohnen in der Stadt gestaltet werden? Wird das gesellschaftliche Leben nach der Pandemie wieder so sein wie davor? Was ist zukünftig für eine attraktive Innenstadt wichtig?

  • Die für die Innenstadt geplanten Umgestaltungen des Wochenmarktes, des Groner Tores und des Waageplatzes wollen wir zügig umsetzen. Die attraktive Umgestaltung dieser drei Bereiche wird die Anziehungskraft der Innenstadt weiter erhöhen.
  • Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass der Bus-, Fahrrad- und Fußverkehr innerhalb des Walles Vorrang hat und der Autoverkehr in die Innenstadt weiter reduziert wird.
  • Gleichzeitig garantieren wir, dass für die Besucher, die mit dem Auto die Innenstadt ansteuern, ausreichend Parkmöglichkeiten am Rande der Innenstadt angeboten werden.


Es wäre verkürzt, die gemeinsamen Bemühungen um eine attraktive abgasfreie Innenstadt nur auf die Parkplätze zu reduzieren. Das Thema City-Logistik wird uns in den nächsten Jahren zunehmend beschäftigen. – City Logistik, die Erreichbarkeit der Innenstadt, muss optimal für den ÖPNV aber auch für den Lieferverkehr organisiert werden. Die kurzen Wege und die Enge in unserem Zentrum brauchen und ermöglichen intelligente Konzepte, wie Zusteller*innen und Abholer*innen umweltgerechter zu Anwohner*innen und Geschäften kommen. Mit sog. MikroDepots – kleinen Lagern am Rande der Innenstadt – wollen wir die Einfahrten der vielen großen und kleineren Lieferfahrzeuge deutlich reduzieren. Die „letzte Meile“ der Anlieferung soll dann zu Fuß oder mit Lastenrädern erfolgen. So können auch mehr Händler leichter online gehen, sie werden leichter erreichbar und Anlieferungen werden einfacher gemacht, zudem kann die enge historische Innenstadt mehr Aufenthaltsqualität gewinnen.
• Wir werden hier einen unserer Schwerpunkte bei der Stadtentwicklung setzen. Göttinger Logistikunternehmer stehen dafür bereit.

Für eine lebendige Innenstadt ist es aber auch wichtig, dass hier weiter Menschen wohnen. Eine große Bedeutung dafür haben klare Absprachen mit den Besitzer*innen der Immobilien. Nur wenn es gelingt, sie für ein solches Konzept „ins Boot zu holen“, werden wir erfolgreich sein. So ist es z. B. gelungen, für die Nachnutzung der ehemaligen Sparkassenzentrale am Markt einen ausgewogenen Mix aus Handel, Gewerbe und Wohnen zu vereinbaren, der das zentrale Quartier weiter aufwertet.

Wenn zukünftig durch den Zuwachs des Onlinehandels der stationäre Einzelhandel nicht allein die Rolle als Anziehungspunkt in der Innenstadt spielt, wird das Freizeit- und Kulturangebot eine noch größere Rolle in unserem Zentrum einnehmen. Das beginnt mit einem spannenden Spiel- und Aufenthaltsangebot wie z. B. dem gerade neu errichteten Spielplatz an der Paulinerkirche, geht über die Sanierung unserer Stadthalle und das Deutschen Theater bis zur Pflege und zu dem Ausbau des Walles rund um unsere Innenstadt. Dazu gehören auch das neue Kino Méliès und das Kunstquartier. All das ist aufgrund unserer Initiativen gerade realisiert worden, in der Umsetzung oder in aktueller Planung.

Einzelhandel, Hotellerie, Gastronomie und Nahversorgung sind nicht nur für die Wirtschaftskraft unserer Stadt von hoher Bedeutung, sie sind wesentlich Komponenten für eine lebendige und lebenswerte Stadt.

Die ersten drei Bereiche sind besonders hart von der Corona-Krise getroffen und es muss befürchtet werden, dass es hier zu großen Veränderungen kommen wird. Kommunalpolitik muss solche gesellschaftlichen Umbrüche aktiv begleiten. So ist durch die Pandemie der Umsatzanteil des Onlinehandels weiter gestiegen. Wir werden eine einheitliche Präsenz von digitalem und stationärem Handel intensiv unterstützen. Nicht online gegen offline, sondern eine sinnvolle Verknüpfung beider Stränge macht den Handelsstandort Göttingen attraktiver.
Dafür werden wir die digitale Infrastruktur weiter ausbauen und neue Handelskonzepte und Geschäftsmodelle unterstützen. So z. B. das Projekt „KobAs 4.0 – Digitalisierung in Handel, Gastronomie und Dienstleistung“. Damit erarbeitet die VHS Göttingen Osterode zusammen mit der städtischen Wirtschaftsförderung und dem SOFI (Soziologischen Forschungsinstitut) in Kommunikation mit der Wirtschaft Vorschläge und Hilfen für die schrittweise Umstellung auf das digitale Geschäft.

Der Städtetourismus wird auch zukünftig eine beliebte Reiseform bleiben u. a. weil er hervorragend klimafreundlich organisiert werden kann. Deshalb war es richtig, das zentral an Bahnhof und in der Innenstadt liegende Hotelangebot in den letzten Jahren auszubauen. Auch diese Entscheidung steigert die Attraktivität der Innenstadt und bietet die Plattform für einen erfolgreichen stationären Einzelhandel und für ein vielfältiges Gastronomie-Angebot.

Generell tragen Politik, Stadt und Handel gemeinsam die Verantwortung für die Entwicklung des Standortes Göttingen. Der stationäre Handel kann viel dafür tun, das Einkaufen so anregend wie möglich zu machen. Unsere drei Einzelhandelszentren Innenstadt, Kaufpark und Lutteranger werden sich rasant verändern. Mit der aktiven Unterstützung von Pro City und dem Einzelhandelsverband durch die Stadt werden wir dem Einzelhandel bei den notwendigen Veränderungsprozessen helfen.

Nahversorgung sichern
Der SPD Göttingen ist die Nahversorgung in den Ortsteilen in besonderer Weise wichtig. Gerade auch, weil dort Geschäfte für die Grundversorgung geschlossen werden. Hier haben wir in den letzten Jahren gegensteuern können und örtliche Initiativen unterstützt. In Roringen und Herberhausen sind mit großem Engagement Dorfläden entstanden, die sich durch ein gastronomisches Angebot auch zu Treffpunkten im Ortsteil entwickelt haben.
Solche Initiativen unterstützen wir weiterhin, sie stärken den sozialen Zusammenhalt in unseren dörflich geprägten Stadtteilen.


Stadtmarketing – Unserer Stadt ein sichtbares Profil geben
Göttingen ist jung, lebendig, international und weltoffen. 33.000 Studierende haben sich unsere Stadt als Studienort ausgesucht. Eine Universität, Fachhochschulen, viele wissenschaftliche Einrichtungen von Weltruf und eine gut aufgestellte, zukunftsfähige Wirtschaft prägen die Stadt, die Wissen schafft. Die Menschen leben gern hier. Daran wollen wir anknüpfen und die Attraktivität Göttingens noch weiter steigern und bekannt machen.

Die SPD-Ratsfraktion setzt sich deshalb seit Jahren für ein verbessertes Stadtmarketing ein. Wir wollen unserer Stadt ein Gesicht geben, ein Profil, das wiedererkannt wird und ein „Wir-Gefühl“ erzeugt. Mit einer professionellen Neuauflage des Stadtmarketings soll sich Göttingen besser in Szene setzen. Wir wollen vor allem unsere Stärken herausstellen und die Präsentation weiter verbessern. Mit dem ersten Anlauf in 1994 entstand auf der Suche nach Stadtidentität das Label „Stadt, die Wissen schafft“, das die Stadt als Bildungs- und Hochschulstandort beschreiben. Diese Profilierung wollen wir weiterführen. Daher hat die Stadt auf Initiative der SPD-Ratsfraktion einen neuen Anlauf gestartet und in Expertenrunden die Vorteile unserer Stadt zusammengetragen. Im neuen Stadtmarketing sollen die Zentralität, die Wirtschaftskraft, das schöne Bild der Innenstadt, das vielfältige Kulturangebot, die Internationalität und die herausragenden wissenschaftlichen Einrichtungen als die großen Pluspunkte herausgestellt werden.

Jetzt muss es darum gehen, mit der passenden Rechtsform dem Stadtmarketing eine feste Form zu geben. Dazu gehören Tourismus e. V., die ProCity GmbH, idealerweise auch als Partner Universität, Fachhochschulen, Wissenschaft und Wirtschaftsförderung. Wir wollen auch die Wirtschaft dafür gewinnen. In einer GmbH für das Stadtmarketing sollen diese Kompetenzen zusammengeführt und weiterentwickelt werden.
Wir wollen mit einem klaren Marketingkonzept und einem modernen Branding Göttingen im Städtewettbewerb besser positionieren.